Tauchen & Reisen

Widerstand zwecklos – Ausbildung zum Open Water Diver (OWD)

Nach meinem allerersten Schnuppertauchgang hatte ich ja eigentlich geschworen, niemals wieder Tauchen zu gehen. Naja, aber wie das immer so ist mit den Vorsätzen… Es vergingen eineinhalb Jahre und in dieser Zeit machte mein Liebster somit einige Tauchurlaube alleine – was ich allerdings nicht schlimm fand. Ich hörte natürlich auch so einige Geschichten, was ihm so passiert ist, was er so alles gesehen hatte und vor allem natürlich Geschichten über andere Taucher. Wie das eben so ist. Das Thema Tauchen war also eigentlich immer präsent, allerdings bedrängte er mich nicht, es nochmal zu probieren – was mich sehr beruhigte. Denn mit Druck erreicht man bei mir meistens genau das Gegenteil. Er sagte mir nur immer mal wieder, dass ich das echt gut gemacht hätte damals. Das schmeichelte mir natürlich schon :)

Eines schönen Samstages im Frühling 2016 musste er mit seinem Atemregler zur Revision und er suchte nach einem Tauchshop, der etwas mehr in unserer Nähe lag, als sein vorheriger. Also bauten wir die Fahrt dorthin in die übliche „Samstag-Morgen-Runde“ ein. Und so schlenderte ich durch den Laden, bis ich ihn sagen höre: „Du könntest hier auch Deinen OWD machen… frag doch mal…“

Mit wahrscheinlich sichtlich wenig Begeisterung wandte ich mich also an Stephie von The Art to Dive, die trotz meines Unmutes bewundernswert fröhlich und auskunftswillig war, was mich etwas auftauen ließ…

„Wann wäre denn der Unterricht immer?“  – „Immer Dienstag- und Donnerstagabend“

„Ich kann nur dienstags.“ – „Kein Problem, Du kannst auch nur einen Abend die Woche kommen.“

„Ich muss immer lange Arbeiten“ – „Nicht schlimm, Du kannst später kommen und dann direkt zum Schwimmbad fahren und für die Theorie machen wir uns was am Wochenende aus.“

So ging es weiter, es wurde für jeden meiner vielen Einwände eine Lösung gefunden. Widerstand zwecklos!

Da ich das Gefühl bekam, dass ich in meinem Tempo Tauchen lernen konnte, fasste ich Vertrauen, meldete mich an und ich wurde nicht enttäuscht. Die Ausbildung war wirklich super, wir wurden gefordert und auf das Taucherleben vorbereitet. Jede meiner vielen vielen Fragen wurde beantwortet. Und schließlich – ohne, dass ich es wirklich selbst sagen kann, wann es denn so weit war – packte mich der Ehrgeiz und ich war mit dem „Tauchervirus“ infiziert. Hier ein paar Impressionen des ersten Pooltauchgangs…

 

Wir durften so oft mit ins Schwimmbad und an den See kommen, wie wir wollten, so lange üben, bis wir uns sicher fühlten. Wenn mal eine Übung nicht funktionierte, bekam ich noch extra Tricks und Erklärungen mit an die Hand und ich bin überaus froh, dass ich mir so die Zeit nehmen konnte, die ich brauchte. Besser geht es nicht. Ein OWD innerhalb einer Urlaubswoche wäre für mich nicht in Frage gekommen.

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So oft üben, bis man es kann…

Mein erster Freiwassertauchgang war im Taucherkessel Löbejün. Zunächst tauchten wir ein bisschen in der Gruppe, um die Umgebung kennen zu lernen. Mit größeren Fischen hatte ich es nicht so, insbesondere weil ich mich unter Wasser noch nicht so sicher fühlte. Aber wie es so ist… die Tierchen scheinen das zu riechen.  Ein Stör schwamm direkt auf mich zu. Ich war starr vor Schreck und malte mir die schlimmsten Szenarien aus… Aber Widererwarten griff er mich nicht an, sondern schwamm ganz nah rechts an mir vorbei. Ich glaube, er wollte mich ärgern… :)

 

Der Tauchspott liegt fast direkt an der Autobahn A14. Es gibt dort drei betauchbare Steinbruchkessel, die durch Regen und Grundwasser ihren Wasserstand halten. Man kann dort auf Störe, Barsche, Rotfedern und Krebse – letztere vor allem in Kessel 3 – treffen. In meiner Ausbildung war ich allerdings nur in Kessel 1. Dieser ist umrandet von steilen Felswänden, bietet so das besondere Gefühl des Steinbruchtauchens und ist mit circa 18 Metern auch der tiefste der drei Kessel. Als ich sicherer wurde und nicht mehr nur mit mir selbst beschäftigt war, nahm ich bei zumeist überdurchschnittlich guten Sichtweiten die Überreste von vergangenen Zeiten wahr – das alte Pumpenhäuschen, Loren, Schienen und vieles mehr.

Nach einigen Sonntagen mit Freiwasser-Tauchgängen in Löbejün, war es endlich soweit – mit der bestandenen Abschlussprüfung  und überstandener „Neptuns-Taufe“, wurde ich als frischgebackener OWD in mein Taucherleben entlassen. Wer hätte das gedacht?! :)

2 Gedanken zu „Widerstand zwecklos – Ausbildung zum Open Water Diver (OWD)“

  1. Liebe Mimi,
    es freut mich zu lesen, dass du so eine tolle Ausbildung genossen hast. Hier kann wirklich viel schief gehen. Ich habe erst kürzlich von einer Freundin gehört, wie schrecklich sie ihre Ausbildung fand und das sie letztlich auf keinen Fall noch mal Tauchen gehen möchte. Aber mit den Voraussetzungen wirst du viel Spaß an diesem fantastischen Sport haben!
    Liebe Grüße
    Annette

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Annette, ja das stimmt, da gebe ich Dir Recht! Das ist total schade für Deine Freundin! 😢 Eine meiner Freundinnen hat mir von Ihrer Ausbildung im Urlaub erzählt… ganz ganz schlimm und sie war sich natürlich nicht bewusst, in welcher Gefahr sie sich befunden hat…
      Liebe Grüße, Mimi

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